Tag 32: Mit dem Time Warp nach Mittelerde

Etappe: Waitomo Village – Matamata

Während des Frühstücks trafen wir noch einmal Noëmi, die gestern mit uns auf der Höhlentour war, sie und ihr Freund Benjamin fliegen weiter nach Tahiti. Eine Freundin der beiden zeltete auf dem Platz, wo wir übernachtet haben.

Da es im General Store leider kein Brot gab, nahmen wir mit Blaubeermuffins und einem Croissant mit Lachs und Spinat Vorlieb. War mal was anderes, aber auch sehr schmackhaft. Direkt neben dem General Store liegt die iSite von Waitomo Village und dort haben wir dann auch gleich die Buchung für Hobbiton, das Filmset von Herr der Ringe und dem Hobbit, gemacht.

Unsere Tour sollte um 15:30 Uhr am Shire’s Rest Café starten, was uns genügend Zeit gab, auf dem Weg dorthin noch einen Zwischenstopp im Kiwi House von Otorohanga einzulegen und echte Kiwis zu sehen. Die Vögel, nicht die Früchte!

Okay, es war nicht die freie Wildbahn, aber da Kiwis nachtaktive Tiere und überdies sehr scheu sind, ist die Chance relativ gering, mal einen in der Natur zu sehen. Im Kiwi House gibt es eine Möglichkeit, diese Tiere quasi in der Nacht zu sehen. Und tatsächlich haben wir sie gesehen. Dass man da keine Fotos machen darf (ohne Blitz ginge es nicht, ist ja dunkel), versteht sich von selbst.

Die Kiwis, die wir gesehen haben, waren größer, als ich erwartet hatte. Ca. 35 cm lang (ohne Schnabel) und gut 25-30 cm hoch. Der Körper ungefähr so groß wie ein Rugby-Ei, hätte ich jetzt geschätzt. Und die beiden, die wir beobachten konnten, waren sogar ziemlich aktiv. Der eine hat dem anderen sogar einen Fußtritt verpasst, als er nicht rechtzeitig aus dem Weg ging. Wir haben uns kaputtgelacht.

Der Park beherbergt neben den Kiwis auch noch viele andere heimische Tierarten, z.B. Enten, Reiher, Keas, Kakas, Geckos, Aale und viele andere Tiere mehr. Nachdem wir unsere Tour beendet hatten, setzten wir unsere Fahrt fort.

Der nächste Stopp sollte Hamilton sein. Dort steht eine lebensgroße Statue von Richard O’Brien als Riff Raff. O’Brien ist der Autor des Musicals The Rocky Horror Show, welches als Vorlage für den Film The Rocky Horror Picture Show diente. Er selbst spielte im Film den Butler Riff Raff.

An der Victoria Street steht gegenüber der Statue auch noch Frank N. Furters Lab. In der Realität verbirgt sich dahinter die öffentliche Toilette. Aber an der Wand sind die Hebel und das Drehrad für den Sonic Oscillator angebracht. Und wenn man sie bewegt ertönt sogar der entsprechende Soundeffekt dazu! Natürlich musste ich die Hebel umlegen und die Reaktorkraft um drei weitere Punkte erhöhen!

Frank-N-Furter, it’s all over
Your mission is a failure
Your lifestyle’s too extreme
I’m your new commander
You now are my prisoner
We return to Transylvania
Prepare the transit beam!

Aber wir wollten ja nicht nach Transylvania sondern nach Mittelerde, genauer gesagt ins Auenland, nach Hobbiton (dt. Hobbingen). Das Filmset der Herr der Ringe Filme liegt in der Nähe von Matamata auf dem Gelände der Farm der Familie von Russell Alexander. Und obwohl wir die Tour bereits vor vier Jahren schon einmal gemacht hatten, war es wieder ein tolles Erlebnis. Das Wetter war perfekt und wir haben wieder jede Menge schöner Fotos geschossen – und natürlich zum Abschluss das Bier im Grünen Drachen genossen.

Als wir vom Shire’s Rest Café, wo die Filmtour begonnen hatte, wieder abfuhren, führte uns der Weg direkt nach Matamata, zur dortigen iSite. Und obwohl diese schon geschlossen hatte, lohnte sich der Weg dorthin, denn diese iSite ist im Stil eines Hobbit-Hauses gebaut und ein beliebtes Fotomotiv. Zu unserem Nachtlager im Opal Hot Springs & Holiday Park waren es nach den Fotos dann nur noch ein paar Minuten.

Tour 32: Waitomo Village – Otorohanga – Hamilton – Matamata, 161,32 km

Tag 8: Vom Blauen See ins Skigebiet

Nachtrag am 15.11.14: Ups, jetzt habe ich gerade festgestellt, dass ich diesen Beitrag zwar im Entwurf fertig hatte, aber nicht online gestellt habe! Dafür jetzt aber, viel Spaß damit!

Etappe: Blue Lake – Buried Village – Whakarewarewa (Rotorua) – Taupo – Tongariro Base Camp

Nachdem wir uns vom Filmset und damit von Matamata verabschiedet haben, sind wir noch bis zum Campingplatz am Blue Lake in der Nähe von Rotorua weitergefahren. Der Platz liegt ganz ruhig und idyllisch an einem See, eben jenem Blue Lake. Da es dort auch Waschmaschinen und Trockner ab, haben wir, bzw. Claudia die Gelegenheit genutzt, um die bisher angefallene Schmutzwäsche zu waschen und gleich wieder einsatzbereit zu machen. In der Zwischenzeit habe ich mich mit den Fotos beschäftigt und habe den letzten Beitrag geschrieben.

Am Morgen danach hörten wir Lautsprecherdruchsagen und eine Menge Leute waren am Seeufer: es waren wohl nationale Ausscheidungswettkämpfe der Schüler und Junioren im Rudern. Es war herrlich anzusehen: die Zuschauer am Strand waren eingehüllt in warme Daunenjacken, die Teilnehmer mit Neoprenanzügen und den obligatorischen Schwimmwesten ausgestattet und die, nennen wir sie mal Dorfjugend, mit Badeshorts im Wasser tobend. Jeder halt so, wie er mag.

Wir sind nach unserem Frühstück ein kurzes Stück weiter zum Buried Village gefahren. Das ist eine Siedlung, die am 10. Juni des Jahres 1868 einem Vulkanausbruch zum Opfer gefallen ist und innerhalb von fünfeinhalb Stunden mit eineinhalb Metern Schlamm, Lava und Vulkanasche bedeckt wurde. John, unser Guide, hat uns während einer Führung durch die Ausgrabungsstätte die Geschichte der Siedlung und ihrer Bewohner anschaulich nahe gebracht. Im dazugehörigen Museum finden sich viele Fundstücke und Fotos sowie Zeitungsberichte der dramatischen Ereignisse dieser Nacht.

Auf dem weiteren Weg zum Tongariro Nationalpark besuchten wir in Rotorua noch Whakarewarewa, das lebende Thermaldorf. Die Besonderheit an diesem Dorf, das bereits seit über hundert Jahren Touristen willkommen heißt, sind die heißen Quellen, um die das ganze Dorf gebaut ist. An jeder Ecke blubbert und brodelt es, es riecht nach Schwefel und Wasserdampf steigt aus Löchern im Boden.

Das Baden in den heißen Becken, die Ölbäder heißen, weil sich das Wasser auf der Haut wie Öl anfühlt, ist übrigens nur die Dorfbewohner gestattet, die Touristen dürfen da nicht rein. Zweimal täglich – entweder früh morgens oder spät abends – können hier die Becken von den Dorfbewohnern genutzt werden – vermutlich ist dann die Temperatur am erträglichsten. Die ganze Badeprozedur geschieht übrigens ohne Badebekleidung. Vielleicht dürfen deshalb keine Touristen mitmachen.

Wie es sich für ein geothermisches Gebiet gehört, hat das Dorf natürlich auch seine eigenen Geysire: der Pohutu und der Prince of Wales sprühen mindestens einmal pro Stunde ihre heiße Ladung in die Luft, wobei der Prinz der aktivere, der Pohutu aber mit einer Höhe von 10 bis zu 60m der weitaus höhere der beiden Geysire ist. Wir hatten das Glück, beide zu sehen und es ist schon beeindruckend, wenn das Wasser an der Oberfläche langsam zu blubbern anfängt und mehr und mehr mit Hochdruck aus dem Boden schießt.

Zum Abschluss unseres Besuchs hatten wir noch die Gelegenheit, eine Darbietung der Maorigruppe zu sehen, die ihre traditionellen Gesänge und Tänze – inklusive dem Haka – dargeboten haben. Erstaunlich, was vier Frauen und drei Männer an Stimmgewalt entwickeln können. Da hatte ich ein paar Mal richtig Gänsehaut.

Da für den nächsten Tag die Tongariro Alpine Crossing, eine Tageswanderung durch hochalpines Vulkangebiet, geplant war, haben wir in Taupo in der örtlichen i-Site, so heißen die Tourismusinformationen hier, nach den letzten Wettermeldungen und Tipps gefragt. Tja, das Ergebnis war alles andere, als erhofft. Die nette Dame meinte, so einen wechselhaften Frühling wie dieses Jahr hatten sie schon lange nicht mehr und für morgen sei leider starker Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt auf dem Alpine Crossing angesagt und deshalb werden auch keine Shuttles fahren. Zum besseren Verständnis: der Tongariro Alpine Crossing ist keine Rundstrecke sondern hat einen Start- und einen Endpunkt. Das Shuttle fahrt die Wanderer morgens zum Startpunkt und holt sie Abends am Zielpunkt wieder ab. Aber wir könnten uns früh morgens nochmal direkt bei der Shuttle-Firma erkundigen, ob sich das Wetter nicht doch noch gebessert hat, so wie es heute schon der Fall war.

So fuhren wir zum Campingplatz am Tongariro Base Camp und auch Greg, der Betreiber sagte uns in ähnlichen Worten das gleiche: der Frühling in diesem Jahr ist so wechselhaft, wie schon lange nicht mehr. Wir sollten mal eine Nacht bezahlen, und wenn wir morgen früh tatsächlich auf die Wanderung gehen, dann steht das Wohnmobil ja noch da, und er weiß, dass wir noch eine Nacht bleiben und bei unserer Rückkehr die zweite Nacht bezahlen. Eigentlich hat er ja gesagt, er kennt jemanden, der ganz schnell neue Nummernschilder machen kann und die Aufkleber vom Camper kriegen sie auch schnell weg, und falls wir dann nicht mehr von unserer Wanderung zurückkämen dann hätten sie den Camper schon zu Geld gemacht. Scherzbold.

Als wir unser Wohnmobil geparkt hatten, lernten wir Eva und Florian aus Stuttgart kennen, die ebenso wie wir seit Montag unterwegs waren. Bei einem kleinen Bierchen wurden die bisherigen Erlebnisse und weiteren Pläne ausgetauscht.

Und damit wir im Fall der Fälle am nächsten Tag pünktlich zu unserer Wanderung aufbrechen können, ging es dann auch relativ zeitig ins Bett.

Tour 5: Rotorua (Blue Lake) – Tongariro, 183 km

Tag 11: Wellington oder die Wälder von Hobbiton

Etappe: Wellington und Umgebung

Ja, wir sind tatsächlich mal zwei Nächte am selben Platz geblieben. Das war aber bereits vorher geplant, denn Wellington ist die Heimat der Stone Street Studios, wo Teile der Herr der Ringe Trilogie und des Hobbits gedreht wurden – klar, denn die Studios gehören ja auch Peter Jackson – und auch die Heimat von Weta, die für die Kostüme, Ausrüstung und digitale Special Effects der beiden Reihen (und noch vieler anderer Filme mehr) verantwortlich waren und sind.

Ich hatte schon vorher im Internet – wieder mal – herausgefunden, dass es eine spezielle geführte Tour für Fans der Filme gibt. Gut, dachte ich, das passt. Am gestrigen Tag haben wir die i-Site, das ist die Tourist Information, bereits gefunden, waren aber etwas zu spät dran; aber wir wussten dann, dass sie um halb neun morgens öffnet. Da wir ja im Urlaub und nicht auf der Flucht sind, haben wir gemütlich gefrühstückt und sind dann dorthin spaziert, um die “Ultimate Movie Combo Tour” zu buchen. (Edit 2020: als wir 2014 da waren hieß die Tour noch “Ultimate Movie Tour Plus+”; Link angepasst)

Diese Tour beinhaltet eine Busfahrt zu Drehorten in der Nähe von Wellington, eine Besichtigung der Drehorte, die direkt in Wellington liegen, sowie einen Besuch der Weta Cave, das ist das Museum bzw. der Shop von Weta und, ganz speziell, eine Führung durch die Räume von Weta Workshop. Das heißt, wir kommen dorthin, wo wirklich gearbeitet wird: in die Werkstätten von Weta!

Doch der Reihe nach. Wir waren also in der i-Site und haben gerade den Flyer in der Hand, als wir auch schon von Tom, einem der Angestellten angesprochen werden, ob er uns denn helfen könne. Das ist uns bis jetzt überall aufgefallen, wo wir waren: die Kiwis sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Er hat dann die Tour für uns gebucht, und siehe da, zwanzig Minuten später sollte es schon losgehen.

Leider hat sich das Wetter in der Zwischenzeit dazu entschieden, schlechter zu werden, will heißen, es wurde ziemlich nass von oben. Liquid sunshine. Was soll’s, im Bus war’s trocken. Und zum Glück besserte sich das Wetter schlagartig, als wir Wellington verlassen hatten.

Der erste Drehort, den wir angefahren haben, war ca. 15 Autominuten außerhalb von Wellington. Ein Steinbruch, in dem die Sets für Helms Klamm mit der Hornburg und Minas Tirith gebaut wurden. Heute ist davon leider nichts mehr zu sehen, denn der Steinbruch ist wieder in Betrieb und alle Kulissen und Bauten sind längst verschwunden. Ist ja auch schon 14 Jahre her! Aber es gab interessante Infos und Filme dazu, z.B. dass Minas Tirith aus und auf den Kulissen von Helms Klamm erbaut wurde. Oder dass die lange Steintreppe im Hang, die man im Film kurz für fünf Sekunden sieht, tatsächlich drei Wochen lang mit Presslufthämmern in den Fels gehauen wurde.

Der nächste Stop war in einem kleinen Park, der direkt neben einer Straße liegt: hier waren die Gärten von Isengard, wo Gandalf und Saruman spazierten. Und tatsächlich konnten wir anhand der Filmfotos, die uns Alice zeigte, genau erkennen, wo die beiden entlang spaziert sind. Und damit jeder auch sein spezielles Zauberer-Feeling bekam durften wir, mit langen Stöcken bewaffnet, denselben Weg entlang gehen. Wir fühlten uns sehr magisch.

Dort wurde auch die Szene gedreht, in der die Orcs die Bäume rund um Isengard ausreißen. Tatsächlich war es nur ein einzelner, künstlicher  Baum, der extra von Weta angefertigt wurde. Dieser wurde immer wieder aus verschiedenen Einstellungen und Abständen gedreht und immer wieder aufgerichtet und wieder gefällt.

Anschließend kamen wir zu der Stelle, an der Aragorn nach seinem Sturz über die Felsenklippe am Flussufer angespült wurde. Man glaubt es kaum, aber die Stelle liegt unweit eines Wohngebiets! Nur der Sand, der damals extra angekarrt wurde, hat sich im Laufe der Jahre wieder verflüchtigt, ansonsten sieht alles so aus wie im Film!

Die Mittagspause machten wir im Pakuratahi Park, der noch etwas weiter nördlich liegt. Dort wurde im Herrn der Ringe Rivendell, also Bruchtal, die Stadt der Elben, gedreht. Einfach so, in einem Naturpark. Der Baum, der in vielen Einstellungen zu sehen ist, steht immer noch und anhand dessen konnten wir wieder viele Szenen identifizieren.

Dass zwei von der Gruppe – ich sage jetzt nicht, wer – noch den Legolas mimen mussten, natürlich inklusive Cape, Bogen, Cape und blonder Perücke mitsamt den Elbenohren, diente der allgemeinen Belustigung aller.

Wieder zurück in Wellington wechselten wir den Bus, ein Teil der Leute hatte nur die kurze Version der Tour gebucht (was auch besser war, denn die hatten nach meinem Dafürhalten mit dem Film gar nichts am Hut und die Tour nur gebucht, weil sie halt auch ihrem Kreuzfahrtschiff angeboten wurde, und alle anderen Touren bereits ausgebucht waren). Im kleineren Bus ging es dann in den Park am Mount Victoria – alles im Stadtgebiet Wellingtons.

Dort wurden die Szenen der Wälder des Auenlandes gedreht: wie die Hobbits auf der Flucht vor Bauer Maggot den Abhang hinunterkugeln und dann auf dem Weg fast von dem Ringgeist aufgespürt wurden. Wir haben die Stelle gesehen, wo die Hobbits auf den Weg purzeln und die Stelle, an der sie schnell von der Straße gesprungen sind, um unter einer riesigen Baumwurzel Schutz vor dem Ringgeist zu suchen. Leider war der riesige Baum wieder mal ein künstlicher, gefertigt von Weta, d.h. heute ist da kein Baum mehr zu sehen. Die Grube allerdings, in der sich die vier zusammenkauerten, die haben wir natürlich gesehen. Und, wie könnte es auch anders sein: wir haben die Szene natürlich nachgespielt.

Der Baum, an dem Frodo und Sam Rast machen und Sam kocht, steht immer noch da und sieht fast noch genauso aus. Ich durfte mich mit Pfeife in die Astgabel legen und Claudia hat gekocht, wie im richtigen Leben halt. Na gut, nur fast, wenn sie in Wirklichkeit kocht, raucht sie keine Pfeife.

Zum Schluss des Spaziergangs am Mount Victoria kamen wir noch zum Abhang, an dem die Hobbits vor den Ringgeistern zur Bockenburger Fähre geflohen sind. In der Nacht des Drehs hat es sehr stark geregnet, wodurch der Waldboden natürlich ziemlich rutschig wurde und die Darsteller mit den Hobbitfüßen nicht mehr nach oben gehen konnten, um die Szene zu wiederholen. So wurden kurzerhand starke Männer engagiert, die die Jungs den Berg wieder hochgetragen haben. Immer und immer wieder, bis drei Uhr früh.

Anschließend ging es nach Miramar, eine Halbinsel, die zu Wellington gehört. Dort befindet sich Weta Cave, der Shop von Weta und Weta Workshop. In Weta Cave hatten wir zwanzig Minuten, um Fotos zu schießen und Geld auszugeben. Klar, wozu ist so ein Shop denn sonst da. Wir haben uns mehr auf das Fotografieren beschränkt, denn im Hinterkopf war da immer noch das Gewichtsproblem mit dem Gepäck. War vielleicht auch für das Reisebudget besser so. Obwohl, wenn ich so nachdenke, so ein originales Schwert aus der Herr der Ringe Trilogie hätte schon was. Oder der Eine Ring. Kostet ja nur 5.500 Neuseelanddollar, dafür aber auch mit Zertifikat vom Goldschmied, der die einzige Lizenz dafür hat. Und der fiele an der Hand nicht wirklich ins Gewicht.

Und dann war es soweit: wir durften durch die rote Tür in den Weta Workshop. Striktes Fotografierverbot – versteht sich von selbst – denn dort wird ja tatsächlich an aktuellen Projekten gearbeitet. Und als wir so an der ersten Station der Besichtigung stehen passiert das Unglaubliche: Sir Richard Taylor kommt um die Ecke und sagt einfach: “Hi guys, how ya doin’?” Richard Taylor, das ist der Mann, der mit Peter Jackson das ganze aufgebaut hat und der Chef von Weta ist! Kommt einfach so ums Eck!

Die Workshop-Tour war das Highlight des Tages und eine Erinnerung, die ewig im Kopf bleiben wird. Gerade weil wir KEINE Fotos machen durften. Wir erfuhren, wie die Entwicklung und Herstellung von Requisiten von der Planung bis zur Fertigstellung vonstatten geht. Wie Figuren, Masken und Rüstungen gefertigt werden. Immens war auch der technologische Unterschied zwischen den Filmen vom Herrn der Ringe und dem Hobbit. Eigentlich klar, denn da liegen ja auch zehn Jahre Entwicklung dazwischen.

Am Abend waren wir dann ziemlich voll von Eindrücken und haben versucht, zeitig ins Bett zu kommen, um am nächsten Tag rechtzeitig an der Fähre für die Überfahrt auf die Südinsel zu sein.

Hallo erst mal

Heute kommt auch mal ein bisserl was von mir.

Also gut war Korsika der Urlaub der 10 000 Kurven, und Irland das Land der 800 verschiedenen Grüntöne, Kroatien das Land der 1000 Inseln, dann ist das hier …, das ist HAMMER, … das ist der Urlaub mit den 100 000 neuen und allerersten Erfahrungen.

Vorm Abflug entdecken wir das Air-Bräu im Sicherheitsbereich, im Flieger gibts Kissen und Decken und wirklich lecker Verpflegung. UND Unmengen von Schmonzesfilmen :). Wir sehen das erste Mal Amerika (braungrau, quadratisch ungeheuere Ausmasse in der Landschaft), das erste Mal Los Angeles und den Hollywood-Schriftzug. Das hat was mehr als ich dachte! Betreten beide das erste Mal USA und kurz darauf neuseeländisches Hoheitsgebiet, nämlich den Flieger. Ein Ankommerbier bei den Amis kannst Du aber sowas von knicken!! :(

Im Flieger gibt es dafür das erste NZ Bier “Steinlager” und wieder Kissen und Decken und jetzt sind wir auch so groggy dass wir schlafen, zumindest ich ca 6 h, Achim fast nix. Naja er ist ja auch soviel jünger und braucht net soviel Schlaf. ;) Neuseeland gibt sich wolkig und bedeckt, aber lauschig. Alles ist neu und aufregend, wir beziehen unser Hotel, duschen und tigern durch die Stadt. Alles neu und aufregend, bis auf McDonalds, Subway, Burger, Wendys usw. Die nächsten Tage in Kurzfassung:

Wir machen den “Sky-Walk”, d.h. aussen auf einer Plattform in 192m Höhe um den Sky Tower!

Wir fahren eine unbefestigte Straße durch absolutes Niemandsland bergauf/ab mit vielen steilen Kurven!

Wir sehen die wilde tasmanische See am frühen Morgen!! Den ruhigen Pazifik am Nachmittag!

Fahren durch ein Land das nicht nur das Wetter im Minutentakt wechselt sondern auch die Landschaft und damit die Eindrücke!!

Wir hören und sehen exotische Vögel und die Vegetation ist immer anders bis fremd.

Wir stehen in kochendheissem Wasser, das an einem Traumstrand einfach aus dem Boden sickert.

Wir gehen durch Hobbiton und man meint jeden Moment kommen Hobbits, Gandalf und alle anderen um die Ecke. Trinken dunkles Bier aus kleinen Steinkrügen im “Green Dragon” (und denken, wie versprochen an alle Lieben!) !!

HAMMER PHANTASTISCH AUFREGEND GEIL!!!! Alles so, wie wir es erhofften und noch VIEL VIEL VIEL MEHR!!!! Bis zum Horizont und noch viel weiter. Jede einzelne Sekunde, die ich es erwartete, hat sich bereits ausgezahlt.

Ich melde mich wieder, und schreibe fleissig weiter Reisetagebuch sonst geht einfach zuviel verloren. ;)

Tag 7: There and back again…

Etappe: Hot Water Beach – Matamata – Rotorua

Bag End - In a hole in the ground...
Bag End – In a hole in the ground…

Tja, wer sich jetzt ein wenig in der Literatur oder der Filmgeschichte auskennt, weiß mit dieser Überschrift unter welchem Thema der heutige Tag stand. Es geht um die Geschichten bzw. die Verfilmungen von J.R.R. Tolkien’s Herr der Ringe und Der Hobbit.

Und eigentlich gibt es dazu nicht viel zu sagen: man mag sie oder man mag sie nicht. Und da wir heute am Filmset in der Nähe von Matamata waren, lässt sich daraus schließen, dass wir zu den ersteren gehören. Für uns war von Anfang an klar, dass eine Reise nach Neuseeland ohne einen Abstecher nach Mittelerde nicht in Frage kommt.

Durch die Erfolge der Filme ist das Filmset auf der Ranch der Familie Alexander immer mehr in den Fokus von Touristen gekommen, so dass die ganze Geschichte dort mittlerweile ziemlich straff organisiert abläuft. Man kann das Gelände leider nicht auf eigene Faust besichtigen, sondern muss an einer geführten Tour teilnehmen. Das wiederum hat den Vorteil, dass man von den Guides die eine oder andere Information erhält, die man sonst vielleicht nicht erfahren hätte.

Im Vertrag, den die Besitzer der Farm mit der Produktionsfirma New Line Cinema zum Dreh der Herr der Ringe Trilogie abgeschlossen hatte, war zum Beispiel festgelegt, dass das komplette Hobbiton-Set nach Beendigung der Dreharbeiten rückstandslos zurückgebaut werden musste.  Und das war in Anbetracht der Veränderungen am Gelände einiges an Arbeit. Als jedoch die Arbeiten zum Abriss beginnen sollten, gab es in der Gegend schwere Unwetter, so dass der Termin verschoben werden musste.

In der Zwischenzeit war jedoch der erste Teil in den Kinos angelaufen und prompt erkannten vier Einwohner aus Matamata die Gegend im Film als die Farm der Alexanders. Kurzentschlossen fuhren sie vorbei und fragten, ob sie sich nicht mal umsehen könnten, bevor das alles wieder abgebaut würde. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf. Für die Hobbit-Trilogie sah der Vertrag dann vor, dass alle Bauten aus beständigem Material gebaut werden müssen, um den Drehort hinterher für Führungen verwenden zu können.

Insgesamt gab es für die Hobbit-Trilogie zwölf Drehtage am Set in Matamata und dafür wurde zwei Jahre im Voraus gebaut und gehegt und gepflegt!

Es ist ein unglaubliches Gefühl, durch die Gärten der Hobbits zu wandern, vor ihren Höhlen bzw. Häusern zu stehen und über den Gartenzaun zu schauen. Da flattert die Wäsche an der Leine, das Gemüse im Garten wächst und gedeiht. Jeden Moment wartet man darauf, dass die Tür einer Hobbithöhle aufgeht und einer der Halblinge herauskommt.

Leider mussten wir das Auenland aber wieder verlassen – jedoch nicht, ohne im Green Dragon Inn ein köstliches Girdley™ Fine Grain zu genießen – um zu unserem nächsten Übernachtungsplatz am Blue Lake zu gelangen.

Tour 4: Hot Water Beach – Rotorua (Blue Lake), 242 km